Verfasst von: Gunther | November 23, 2009

67. Die Parabel vom Sämann

67. Die Parabel vom Sämann

(Luk. 8, 4-18; Mark. 4, 1-25; Matth. 13, 1-23)

Pieter Brueghel der Ältere (1525 - 1569): Landschaft mit dem Gleichnis vom Sämann

Pieter Brueghel der Ältere (1525 – 1569): Landschaft mit dem Gleichnis vom Sämann

An jenem Tage ging Jesus aus dem Hause, setzte sich an den See und fing abermals an, am See zu lehren. Da versammelte sich um ihn eine große Volksmenge, die aus den Städten zu ihm gekommen war, so dass er in ein Schifflein stieg und sich setzte. Alles Volk aber stand am Ufer. Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach:

„Hört! Siehe, der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Indem er säte, fiel einiges an den Weg hin und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf. Anderes fiel auf felsigen Grund, wo es nicht viel Erde hatte. Es ging zwar bald auf, weil es kein tiefes Erdreich hatte; als aber die Sonne höher stieg, ward es gesengt, und weil es keine Wurzel und keine Feuchtigkeit hatte, verdorrte es. Wieder anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf, schossen in die Höhe und erstickten es, und es brachte keine Frucht. Anderes aber fiel in das gute Erdreich, ging auf und wuchs und brachte Frucht, eines dreißig-, eines sechzig-, eines hundertfach.“

Nachdem er dieses gesagt hatte, rief er: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Als er dann allein war, traten seine Jünger mit den Zwölfen zu ihm und fragten ihn: „Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen, und was bedeutet dieses Gleichnis?“ Er antwortete ihnen: „Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, den übrigen aber, denen, die draußen sind, ist es nicht gegeben; ihnen kommt alles in Gleichnissen zu. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen, damit sie sehen und doch nicht sehen, hören und nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und die Sünden ihnen erlassen werden. An ihnen wird die Weissagung des Isaias erfüllt, der da spricht: ‚Hören werder ihr und nicht verstehen; sehen werdet ihr und nicht sehen. Denn verstockt ist das Herz dieses Volkes, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich sie heile.‘

Aber selig sind eure Augen, weil sie sehen,  und eure Ohren, weil sie hören. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben gewünscht, zu sehen, was ihr seht, aber haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, aber haben es nicht gehört.“

Dann sprach er zu ihnen: „Versteht ihr dieses Gleichnis nicht? Wie wollt ihr dann die Gleichnisse insgesamt verstehen? Hört also ihr das Gleichnis vom Sämann:

Der Same ist das Wort Gottes. Der Sämann sät das Wort. Die am Wege, das sind die, welche das Wort vom Reiche, wenn es gesät wird, zwar hören, aber nicht verstehen. Dann kommt alsogleich der Satan und raubt das Wort, das in ihre Herzen gesät ward, hinweg, damit sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Felsen, das sind solche, die das Wort, wenn sie es hören, sogleich mit Freuden aufnehmen, allein sie haben keine Wurzel in sich, sind unbeständig, glauben eine Zeitlang, aber zur Zeit der Versuchung, wenn um des Wortes willen Trübsal und Verfolgung kommt, nehmen sie alsbald Anstoß und fallen ab. Was aber unter die Dornen fiel, das sind solche, die das Wort zwar hören, aber dann dringen die Mühsale und Sorgen der Welt, der Trug des Reichtums, die Wollüste des Lebens und die Begierden nach den anderen Dingen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. Was endlich in das gute Erdreich fiel, das sind jene, die das Wort mit edlem und gutem Herzen anhören und aufnehmen und verstehen und behalten und Frucht bringen in Beharrlichkeit, einige dreißigfältig, andere sechzigfältig, andere hunderfältig.

Niemand zündet ein Licht an und verdeckt es mit einem Gefäße oder stellt es unter ein Ruhebett, sondern auf einen Leuchter stellt er es, damit die Eintretenden das Licht sehen. Denn es gibt nichts Geheimes, das nicht offenbar, und nichts Verborgenes, das nicht erkannt und ans Licht gezogen würde. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Und er sagte zu ihnen: „Seht denn zu, wie ihr hört. Mit welchem Maße ihr messt, mit demselben wird euch gemessen werden, und es wird euch noch hinzugegeben werden. Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.“

Der Sämann. Vincent Willem van Gogh (1853-1890)

Der Sämann. Vincent Willem van Gogh (1853-1890)

Der Sämann. Jean-François Millet (1814-1875)

Der Sämann. Jean-François Millet (1814-1875)

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