Verfasst von: Gunther | November 26, 2009

72. Der Besessene in der Landschaft der Gerasener

72. Der Besessene in der Landschaft der Gerasener

(Luk. 8, 26-39; Mark. 5, 1-20; Matth. 8, 28-34)

Jesus heilt den Besessenen von Gerasa

Jesus heilt den Besessenen von Gerasa. Mittelalterliche Buchillustration

Sie richteten ihre Fahrt auf die Landschaft der Gerasener, die Galiläa gegenüber liegt. Als er ans Land gestiegen war, kam ihm sofort von den Gräbern her ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit einen unreinen Geist hatte. Er ließ sich kein Gewand anziehen und blieb in keinem Hause, sondern hatte seinen Aufenthalt in den Gräbern. Nicht einmal mit einer Kette konnte man ihn mehr binden. Denn schon oft hatte er, wenn er mit Fußfesseln und Handketten gebunden war und bewacht wurde, die Ketten zerrissen und die Fesseln zerrieben, und niemand konnte ihn bändigen. Tag und Nacht hielt er sich in den Gräbern und im Gebirge auf, schrie und schlug sich selbst mit Steinen. Er war überaus bösartig, so dass niemand jenes Wegs gehen konnte. Da er aber Jesus von Ferne erblickte, lief er hinzu, warf sich vor ihm nieder,  schrie laut auf und sprach: „Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu peinigen? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!“ Jesus befahl nämlich dem unreinen Geiste, aus dem Menschen auszufahren; denn lange Zeit hatte er ihn mit fortgerissen. Jesus fragte ihn auch und sprach: „Wie heißest du?“ Jener antwortete: „Legion ist mein Name; denn unser sind viele.“ Es waren nämlich viele böse Geister in ihn gefahren. Und sie baten ihn sehr, er möchte sie aus dieser Landschaft nicht forttreiben und ihnen nicht gebieten, in den Abrund zu fahren. Es befand sich aber daselbst eine Herde von vielen Schweinen, die nicht weit von ihnen auf und an dem Berge weideten. Die bösen Geister baten ihn daher und sprachen: „Wenn du uns von hier austreibst, so gestatte uns, in die Herde Schweine zu fahren.“ Jesus gestattete es ihnen sofort und sagte zu ihnen: „Geht!“ Da fuhren die bösen Geister von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine. Und siehe, da raste die ganze Herde – an zweitausend – den Abhang hinab in den See und ertrank.

Als die Hirten sahen, was geschehen, flohen sie und brachten die Meldung in die Stadt und auf das Land. Und siehe, die ganze Stadt ging hinaus, um zu sehen, was vorgefallen. Sie kamen zu Jesus und sahen den Menschen, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, wie er dasaß, angekleidet und bei gesundem Verstande, zu den Füßen Jesu, und sie fürchteten sich. Jene, die es gesehen hatten, erzählten ihnen auch, was sich mit dem, der besessen gewesen, und den Schweinen zugetragen habe, wie er von der Legion befreit worden sei. Da bat ihn all das Volk der umliegenden Landschaft der Gerasener, er möchte aus ihrem Gebiete fortgehen; denn sie waren von großer Furcht ergriffen. Er aber stieg in das Schiff und kehrte zurück. Als er in das Schiff stieg, bat ihn der Mann, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, bei ihm bleiben zu dürfen. Jesus erlaubte es jedoch nicht, sondern sagte zu ihm: „Kehre in dein Haus zu den Deinigen zurück und erzähle ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan, und wie er sich deiner erbarmt  hat.“ Dieser ging fort und verkündete in der ganzen Stadt und in dem Zehnstädtegebiete, welch große Dinge Jesus an ihm getan habe. Alle aber wunderten sich.

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