Verfasst von: Gunther | November 27, 2009

73. Die Jünger des Johannes, die Frau mit dem Blutflusse und die Tochter des Jairus

73. Die Jünger des Johannes, die Frau mit dem Blutflusse und die Tochter des Jairus

(Luk. 8, 40-56; Mark. 5, 21-43; Matth. 9, 1. 14-26)

Jesus stieg also in das Schiff und fuhr hinüber an das andere Ufer. Als er nun über den See gefahren war, empfing ihn die Volksmenge, denn alle erwarteten ihn, und er weilte am Gestade.

Da traten die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: „Weshalb fasten wir und die Pharisäer viel, deine Jünger aber fasten nicht?“ Jesus sprach zu ihnen: „Können denn die Hochzeitsgäste trauern, so lange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist, und dann werden sie fasten. Niemand setzt einen Fleck ungewalkten Tuches auf ein altes Kleid; denn derselbe nimmt seine Ausfüllung von dem Kleide, und ein ärgerer Riss entsteht. Auch gießt man nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst werden die Schläuche gesprengt, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche gehen zugrunde; sondern neuen Wein gießt man in neue Schläuche, und beiden erhalten sich.“

Während er dieses  zu ihnen redete, trat ein Mann mit Namen Jairus hinzu – er war einer der Vorsteher der Synagoge -, fiel ihm zu Füßen und bat ihn, er möchte doch in sein Haus kommen. Er hatte nämlich eine einzige Tochter von ungefähr zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Er bat ihn inständig und sprach: „Herr, meine Tochter liegt schon in den letzten Zügen, aber komm und lege ihr deine Hand auf, und sie wird gerettet werden und leben.“ Jesus erhob sich und ging mit ihm, er und seine Jünger. Eine große Schar folgte ihm und umdrängte ihn.

Jesus heilt die blutflüssige Frau. Fresko in den Katakomben von Marcellinus und Petrus in Rom

Jesus heilt die blutflüssige Frau. Fresko in den Katakomben von Marcellinus und Petrus in Rom

Eine Frau aber litt seit zwölf Jahren am Blutflusse. Sie hatte von vielen Ärzten vieles ausgestanden, ihr ganzes Vermögen an sie hingegeben und doch nichts erreicht, sondern war vielmehr immer ärger herabgekommen. Sie konnte von keinem geheilt werden. Diese kam nun, weil sie von Jesus gehört hatte, unter der Volksschar von rückwärts heran und berührte die Quaste seines Oberkleides. Denn sie sagte bei sich selbst: „Wenn ich auch nur sein Kleid berühre, so werde ich gesund.“ Und sogleich ward ihr Blutfluss gestillt, und sie fühlte am Körper, dass sie von der Plage geheilt sei. Jesus aber erkannte alsbald in sich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich um zu der Volksschar und sprach: „Wer hat meine Kleider berührt?“ Da alle es in Abrede stellten, sagte Petrus und die mit ihm waren: „Meister, die Scharen drängen dich und erdrücken dich fast, und du sagst: Wer hat mich berührt!“ Jesus antwortete: „Berührt hat mich jemand; denn ich weiß, dass eine heilende Kraft von mir ausgegangen ist.“ Dann blickte er umher, um die zu sehen, die es getan hatte. Als nun die Frau sah, dass sie nicht verborgen geblieben, kam sie, wohl wissend, was mit ihr geschehen war, erschrocken und zitternd, fiel vor ihm nieder und offenbarte vor allem Volke, weshalb sie ihn berührt habe, und wie sie augenblicklich geheilt worden sei. Da sprach Jesus zu ihr: „Sei getrost, Tochter! Dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden und sei geheilt von deiner Plage!“ Von jener Stunde an war die Frau gesund.

Die Erweckung der Tochter des Jairus. Ilja Jefimowitsch Repin (1844-1930)

Die Erweckung der Tochter des Jairus. Ilja Jefimowitsch Repin (1844-1930)

Während Jesus noch redete, kam jemand aus dem Hause des Synagogenvorstehers und sagte zu ihm: „Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht weiter.“ Jesus hörte, was gesagt wurde, und sagte zu dem Vater des Mägdleins: „Sei ohne Furcht, glaube nur, und sie wird leben.“ Er gestattete aber nicht, dass jemand ihm folgte, außer Petrus und Jakobus und Johannes, der Bruder des Jakobus. Sie kamen nun in das Haus des Synagogenvorstehers, und er hörte die Flötenspieler und den Lärm, wie sie weinten und wehklagten. Als er eingetreten war, sagte er zu ihnen: „Warum lärmt und weint ihr? Geht fort! denn das Mägdlein ist nicht gestorben, sondern schläft.“ Da lachten sie über ihn; denn sie wussten, dass sie gestorben war. Jesus aber schaffte sie alle hinaus, nahm dann den Vater und die Mutter des Mägdleins mit sich sowie jene, die mit ihm waren, und ging hinein, wo das Mägdlein war. Er fasste es bei der Hand und sprach mit lauter Stimme: „Talitha kumi! d. h. Mägdlein, steh auf!“ Da kehrte ihr Geist zurück, und sie stand augenblicklich auf und ging umher. Dann befahl er, man solle ihr zu essen geben. Ihre Eltern waren außer sich vor Staunen. Er aber gebot ihnen nachdrücklich, das Geschehene niemand zu sagen. Dennoch verbreitete sich die Kunde davon in der ganzen Gegend.

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Responses

  1. Jesus sagt, daß ich wachen und beten soll. Bei uns schien vor weniger als einer Stunde ein Mißgeschick passiert zu sein. Eine Gebetserhörung, die wohl wirklich lächerlich genannt werden könnte, veranlaßt mich zu der Frage: das Buch von Ole Hallesby über das Gebet lehnte es ab, sich im Gebet an die Mutter Jesu zu wenden. Ist ein Grund dafür der alten, in Innsbruck auch digitalisierten „Einheitsübersetzung“ – „DIE BIBEL“ – zu entnehmen, welche an der Universität in Graz in einem Bibelkreis verwendet wurde? Die Frage ist zur Gedenktafelinschrift des Rußland-Kritikers und erklärten Atheisten Jean-Paul Sartre am Hotel Adler in Innsbruck gestellt, über welchen ich im Hotel Steirerhof in Graz in Steiermark in Österreich und auch in Berlin an der Freien Universität einen Vortrag halten durfte, und zum Bild, das Ilja Repin vom Norweger Iwan dem Schrecklichen malte. Über uns kreiste, als wir am 15. vor „12:00“ Uhr am Vorgarten des Haus Charlottendorf-Gasse 9 in Graz vorbeigingen, ein Raubvogel.


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