Verfasst von: Gunther | Dezember 2, 2009

81. Die erste wunderbare Brotvermehrung

81. Die erste wunderbare Brotvermehrung

(Joh. 6, 2-14; Luk. 9, 11-17; Mark. 6, 33-46; Matth. 14, 13-23)

Die wunderbare Brotvermehrung (1624-25). Giovanni Lanfranco

Die wunderbare Brotvermehrung (1624-25). Giovanni Lanfranco

Man sah sie wegfahren, und viele merkten es, und zu Fuß eilten sie aus allen Städten dorthin zusammen, weil sie die Wunder sahen, die er an den Kranken wirkte, und sie kamen ihm zuvor. Jesus aber ging, als er ausgestiegen war, den Berg hinan und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Es war aber Ostern nahe, das Fest der Juden. Als nun Jesus seine Augen erhob und sah, dass eine sehr große Menge Volk zu ihm kam, sprach er zu Philippus: „Woher werden wir Brot kaufen, dass diese zu essen haben?“ Dieses sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er selbst wusste wohl, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: „Für zweihundert Denare Brot ist nicht hinreichend, dass jeder nur ein weniges bekomme.“ Jesus stieg nun hinab, sah die große Volksmenge und erbarmte sich über sie; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Er nahm sie also auf, redete zu ihnen vom Reiche Gottes, lehrte sie vieles, und die der Heilung bedurften, machte er gesund.

Da es aber schon spät geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: „Die Gegend ist öde und die Zeit bereits vorgerückt. Entlass die Volksmenge, dass sie in die Gehöfte und Dörfer der Umgegend gehen, um Unterkommen zu finden und Speise zu kaufen.“ Jesus sprach zu ihnen: „Sie haben nicht nötig wegzugehen; gebt ihr ihnen zu essen!“ Sie sagten zu ihm: „Sollen wir etwa hingehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?“ Er sprach zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach!“ Nachdem sie sich erkundigt hatten, sagte Andreas, der Bruder des Simon Petrus: „Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Allein was ist das für so viele? Es wäre denn, dass wir gehen und für diese ganze Menge Speise kaufen.“ Jesus sprach: „Bringt sie mir her!“ Dann befahl er seinen Jüngern: „Lasst die Leute nach Genossenschaften auf dem grünen Grase sich lagern!“ Es war nämlich viel Gras an dem Orte. Sie taten es. Da ließen die Leute sich nieder, Gruppe um Gruppe, zu je hundert und je fünfzig. Es waren gegen fünftausend an der Zahl, ohne die Weiber und Kinder.

Die Speisung der Fünftausend. James Tissot

Die Speisung der Fünftausend. James Tissot

Jesus nahm nun die fünf Brote und die zwei Fische, blickte  zum Himmel auf, dankte, segnete sie und brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen vorlegten. Auch die zwei Fische ließ er an alle verteilen und jedem geben, so viel er wollte. Und es aßen alle und wurden satt. Darauf sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Sammelt die übriggebliebenen Stücklein, damit sie nicht zugrunde gehen!“ Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit den Stücklein, die von den fünf Gerstenbroten und den Fischen übriggeblieben waren.

Mosaik in der Kirche der Brotvermehrung in Tabgha, Israel

Mosaik in der Kirche der Brotvermehrung in Tabgha, Israel

Als die Leute sahen, was für ein Wunder Jesus gewirkt hatte, sagten sie: „Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Jesus aber wusste, dass sie kommen wollten, um ihn mit Gewalt fortzuführen und zum Könige zu machen. Deshalb nötigte er sogleich seine Jünger, in das Schiff zu steigen und ihm an das andere Ufer nach Bethsaida vorauszufahren, während er selbst die Scharen entlassen werde. Dann verabschiedete er die Scharen und zog sich wieder auf den Berg  zurück, ganz allein, um in der Einsamkeit zu beten.

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Responses

  1. Jesus selbst legt uns hier die vielfach in Anspruch genommenen Worte seines Apostels in der „Apostelgeschichte“, „3“,“22″, aus, dahingehend aus, daß der P r o p h e t nicht Jesus sein kann, denn bei der Brotvermehrung bezieht sich die jüdische Hoffnung also auf ein Königtum, welches aber wiederum der Vers „3“,“13″, der „Apostelgeschichte“ des Arztes Lukas, Pilatus entschuldigend, vom r ö m i s c h e n Begriff her betrachten läßt.

    • Jesus spricht, als er bei Sychar die Samariterin am Brunnen trifft und die Jünger in die Stadt gehen um Nahrungsmittel zu kaufen, es ist die sechste Stunde, von vier Monaten – eine Illustration der Speisung der Fünftausend, vor welcher Andreas, der Bruder von Jesu Apostel Simon Petrus, Kephas, dem Knaben mit den zwei Fischen begegnet, enthielte unsere von Annie V a l l o t t o n illustrierte Übersetzung des „Neuen Testaments“. Wie entscheiden wir aber, ob der Arzt Lukas, welcher Jahre nach denen des Tiberius berechnet, für die Monate der Schwangerschaft Elisabeths mit dem Mond rechnet?


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