Verfasst von: Gunther | Dezember 4, 2009

84. Die Verurteilung des Pharisäertums

Fünfter Abschnitt

Vom dritten Osterfeste bis zum folgenden Laubhüttenfeste

782-783 der Stadt Rom

84. Die Verurteilung des Pharisäertums

(Joh. 7, 1; Mark. 7, 1-23; Matth. 15, 1-20)

Hierauf wanderte Jesus in Galiläa umher; denn in Judäa wollte er nicht umherwandern, weil die Juden ihn zu töten suchten.

Pharisäer

Pharisäer

Es kamen nun die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten aus Jerusalem zu Jesus. Als die nun sahen, dass einige seiner Jünger mit gemeinen, d. i. mit ungewaschenen Händen Brot aßen, rügten sie es. Denn die Pharisäer und die Juden insgesamt essen nicht, ohne sich öfters die Hände gewaschen zu haben, indem sie die Überlieferung der Alten festhalten. Auch wenn sie vom Markte heimkommen, essen sie nicht, ohne sich zu baden. Und so gibt es noch vieles andere, was sie zu beobachten übernommen haben, Waschungen von Bechern und Krügen und Kupfergeschirren und Ruhebetten.

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: „Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie essen.“ Er antwortete ihnen: „Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Denn Gott hat befohlen: Ehre Vater und Mutter! und: Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben! Ihr aber sagt: Wer zu seinem Vater oder zu seiner Mutter sagt: Korban, d. i. Gott geweiht ist alles, was du von mir zu Nutzen bekämest, der braucht für seinen Vater oder seine Mutter nichts mehr zu tun. So habt ihr das Gebot Gottes abgeschafft wegen eurer Überlieferung. Heuchler! treffend hat Isaias von euch geweissagt, wenn er spricht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit von mir entfernt. Vergeblich aber ehren sie mich, da sie Menschenlehren und Menschensatzungen lehren. Denn während ihr das Gebot Gottes hintansetzt, haltet ihr die Überlieferung der Menschen, Waschungen von Krügen und Kannen, und Ähnliches derart tut ihr vieles.“

Pharisäer

Pharisäer

Dann rief er die Volksscharen zu sich und sprach zu ihnen: „Hört mich alle und versteht wohl: Nicht was von außen in den Mund eingeht, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Als er dann von dem Volke weg in ein Haus gegangen war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: „Weißt du, dass die Pharisäer Anstoß genommen haben, als sie die Rede hörten?“ Er aber antwortete und sprach: „Jegliche Pflanzung, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie! Sie sind Blinde und Führer von Blinden. Wenn aber ein Blinder den andern führt, fallen beide in die Grube.“

Petrus nahm darauf das Wort und sprach zu ihm: „Erkläre uns dieses Gleichnis!“ Er aber sprach: „Seid auch ihr noch ohne Verständnis? Seht ihr nicht ein, dass alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann, weil es nicht in sein Herz eingeht, sondern in den Magen kommt und in den Abort geworfen wird, der alle Speisen ausscheidet? Was aber aus dem Munde hervorgeht, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken, Ehebruch, Hurerei, Mord, Diebstahl, Habsucht, Bosheit, Betrug, Schamlosigkeit, Scheelsucht, falsche Zeugnisse, Lästerung, Hoffart und Torheit. All dies Böse geht von innen aus und verunreinigt den Menschen; das Essen mit ungewaschenen Händen aber verunreinigt den Menschen nicht.“

Jesus und die Pharisäer. Jacob Jordaens (1593-1678)

Jesus und die Pharisäer. Jacob Jordaens (1593-1678)

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Responses

  1. Jesu Gebot, sich die Hände nicht zu waschen, wurde in unserem Internat im Schloß Liebenau – während des Nationalsozialismus Großes Potsdamer Militärwaisenhaus – nicht befolgt. Ich durfte dort vorbeten mit dem Gebet: „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast“. Gäste aus Paris, wo eine Schüleraustauschtradition mit Liebenau bestand, nahmen Mahlzeiten nicht mit den Zöglingen des Internats ein, sondern an vornehmerem Tisch. Was nun aber vielleicht betrachtet werden sollte: im Namen des Islams wurden auf unseren Bildschirmen die Christen verspottet, weil sie sich doch offensichtlich n i e an Jesu Gebot gehalten hätten, sich vor dem Essen die Hände nicht zu waschen.


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