Verfasst von: Gunther | Dezember 7, 2009

94. Der Dämonische am Fuße des Verklärungsberges

94. Der Dämonische am Fuße des Verklärungsberges

(Luk. 9, 37-44; Mark. 9, 13-28; Matth. 17, 14-20)

Es geschah aber am folgenden Tage, als sie vom Berge herabstiegen und zu den Jüngern kamen, sah er eine große Volksmenge um sie her und Schriftlehrer, die mit ihnen stritten. Sobald die Menge seiner ansichtig wurde, staunten sie und erschraken, und sie eilten ihm entgegen und begrüßten ihn. Er fragte sie: „Worüber streitet ihr mit einander?“ Da trat ein Mann aus der Schar hervor, fiel ihm zu Füßen und sprach: „Herr, ich bitte dich, erbarme dich meines Sohnes; denn es ist mein einziger. Er ist mondsüchtig und hat einen bösen Geist, der ihn stumm macht, und er leidet viel. Wenn ihn der Geist ergreift, so schreit er plötzlich; dann wirft er ihn nieder und zerrt ihn hin und her, so dass er schäumt und mit den Zähnen knirscht und hinwelkt, und er hört kaum auf, ihn zu martern. Ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht und sie gebeten, den Geist auszutreiben, allein sie konnten ihm nicht helfen.“

Da nahm Jesus das Wort und sprach: „O  ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange noch werde ich bei euch sein? wie lange noch euch ertragen? Bring deinen Sohn her zu mir!“ Sie brachten ihn zu ihm. Als er nun herbeikam und Jesum erblickte, da schüttelte ihn der böse Geist so, dass er  zur Erde fiel und schäumend sich wälzte. Jesus fragte den Vater: „Wie lange ist es her, dass ihm dieses widerfährt?“ Jener antwortete: „Von Kindheit an. Oft schon hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn zu verderben. Aber wenn du irgendwie es vermagst, so erbarme dich unser und hilf uns!“ Jesus sprach zu ihm: „Wenn du glauben kannst! Alles ist dem Glaubenden möglich.“ Sogleich rief der Vater des Knaben unter Tränen aus: „Ich glaube, o Herr! hilf meinem Unglauben.“

Als nun Jesus sah, dass die Menge zusammenlief, drohte er dem unreinen Geiste und sprach zu ihm: „Du tauber und stummer Geist, ich gebiete dir, fahr aus von ihm und kehre nicht mehr in ihn zurück!“ Da schrie dieser, schüttelte ihn heftig und fuhr von ihm aus. Der Knabe aber war wie tot, so dass viele sagten: „Er ist gestorben.“ Jesus aber nahm ihn bei der Hand, richtete ihn auf und gab ihn seinem Vater zurück. Von jener Stunde an war der Kranke geheilt. Da erstaunten alle über die Größe Gottes.

Nachdem Jesus in ein Haus gegangen war, traten seine Jünger zu ihm und fragten ihn allein: „Warum konnten wir diesen Geist nicht austreiben?“ Jesus erwiderte ihnen: „Wegen eures Unglaubens. Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr zu diesem Berge sagen: Geh von da weg dorthin! und er wird gehen, und nichts wird euch unmöglich sein. Diese Gattung aber kann nicht anders ausgetrieben werden als durch Gebet und Fasten.“

Gustave Doré: Jesus heilt den mondsüchtigen Knaben (Matth. 17, 14-20)

Gustave Doré: Jesus heilt den mondsüchtigen Knaben (Matth. 17, 14-20)

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