Verfasst von: Gunther | Dezember 25, 2009

109. Jesus und der Blindgeborene

109. Jesus und der Blindgeborene

(Joh. 9, 1-41)

Duccio di buoninsegna: Die Heilung des Blindgeborenen (1308/11)

Duccio di Buoninsegna: Die Heilung des Blindgeborenen (1308/11)

Im Vorübergehen sah Jesus einen Menschen, der von Geburt blind war. Seine Jünger fragten ihn: „Meister! wer hat gesündigt, dieer oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ Jesus antwortete: „Weder er hat gesündigt noch seine Eltern, sondern es geschah, damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden. Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. So lange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ Als er das gesagt hatte, spie er auf die Erde, machte einen Teig aus dem Speichel, strich ihm den Teig auf die Augen und sprach zu ihm: „Geh hin und wasch dich in dem Teiche Siloa, d. i. Gesandter.“ Da ging er hin, wusch sich und ging sehend davon.

Die Nachbarn aber und die ihn zuvor gesehen hatten, weil er ein Bettler war, sagten: „Ist das nicht der, der da saß und bettelte?“ Einige sagten: „Ja, er ist es.“ Andere sagten: „Nein, er sieht ihm nur ähnlich.“ Er selbst aber sagte: „Ich bin es.“ Da fragten sie ihn: „Wie sind dir denn die Augen geöffnet worden?“ Er antwortete: „Jener Mann, der Jesus genannt wird, bereitete einen Teig, strich ihn mir auf die Augen und sprach zu mir: Geh zu dem Teiche Siloa und wasch dich. Ich ging hin, wusch mich, und ich sehe.“ Da sagten sie zu ihm: „Wo ist er?“ Er antwortete: „Ich weiß es nicht.“ Sie führten nun den, der blind gewesen, zu den Pharisäern.

Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig bereitete und ihm die Augen öffnete. Die Pharisäer fragten ihn nun auch, wie er sehend geworden. Er sprach zu ihnen: „Er legte mir einen Teig auf die Augen, ich wusch mich, und ich sehe.“ Darauf sagten einige von den Pharisäern: „Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht.“ Andere aber sagten: „Wie kann ein sündiger Mensch diese Wunder tun?“ Es war also Spaltung unter ihnen. Da sagten sie denn abermals zu dem Blinden: „Was sagst denn du von dem, der dir die Augen geöffnet hat?“ Er antwortete: „Er ist ein Prophet.“

Die Juden glaubten nun gar nicht mehr, dass er blind gewesen und sehen geworden sei, bis sie eben die Eltern dessen, der sehend geworden, herbeiriefen. Diese fragten sie nun und sprachen: „Ist dieser da euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wie ist er denn sehend geworden?“ Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: „Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist, und dass er blind geboren wurde; wie er aber jetzt sehend geworden, wissen wir nicht, oder wer seine Augen geöffnet hat, wissen wir nicht. Fragt ihn selbst! Er ist alt genug; er mag selbst für sich reden.“ Dieses sagten seine Eltern aber nur aus Furcht vor den Juden; denn schon hatten die Juden verabredet, jeden, der ihn als den Messias bekennen würde, aus der Gemeinschaft auszuschließen. Darum sagten seine Eltern: „Er ist alt genug; fragt ihn selbst!“

Sie riefen also den Menschen, der blind gewesen, noch einmal und sprachen zu ihm: „Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.“ Er antwortete ihnen: „Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eins weiß ich: Ich war blind und jetzt kann ich sehen.“ Da sagten sie zu ihm: „Was hat er dir getan? wie hat er dir die Augen geöffnet?“ Er erwiderte ihnen: „Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt es gehört; warum wollt ihr es abermals hören? Wollt auch ihr vielleicht seine Jünger werden?“ Da fluchten sie ihm und sprachen: „Du magst sein Jünger sein, wir aber sind des Moses Jünger. Wir wissen, dass Gott zu Moses geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.“ Jener antwortete ihnen: „Das ist doch wunderbar, dass ihr nicht wisst, woher er ist, da er mir doch die Augen geöffnet hat! Wir wissen aber, dass Gott Sünder nicht erhört, sondern wenn jemand Gott dient und seinen Willen tut, den erhört er. So lange die Welt steht, ist nicht gehört worden, dass jemand einem Blindgebornen die Augen geöffnet hat. Wäre dieser nicht von Gott, so hätte er nichts ausrichten können.“ Sie entgegneten ihm: „Du bist ganz in Sünden geboren, und du lehrst uns?“ Und sie stießen ihn hinaus.

Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen. Als er ihn nun traf, sprach er zu ihm: „Glaubst du an den Sohn Gottes?“ Er antwortete: „Wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube?“ Jesus sprach zu ihm: „Du hast ihn gesehen; der mit dir redet, der ist es.“ Da sagte er: „Herr, ich glaube!“ Und er fiel nieder und betete ihn an. Jesus aber sprach: „Zum Gerichte bin ich in diese Welt gekommen, damit die Nichtsehenden sehend und die Sehenden blind werden.“

Das hörten einige Pharisäer, die bei ihm waren, und fragten ihn: „Sind etwa auch wir blind?“ Jesus erwiderte: „Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde: nun aber sagt ihr: Wir sehen. Eure Sünde bleibt.“

"Glaubst   d u   an den Sohn Gottes?"

"Glaubst d u an den Sohn Gottes?"

***

Vor
Zurück

Inhaltsverzeichnis

Startseite

Advertisements

Responses

  1. Jesus spricht von Nacht – wir gingen während dieser Nachtwachen durch Nacht, wo wir das Angebot eines „Service-Telefons“ 0316 887 7272, mit der Vorwahl 0043 für die Republik Österreich, in Anspruch nahmen – welche Nacht meint Jesus? Wenn Jesu Jünger nach einer Sünde des Blindgeborenen im Mutterleib fragen, wie ich auf unserem alten Bildschirm, nicht diesem, las, heißt das nicht ihnen unterstellen, daß sie übersehen, daß aus der Allgemeinheit der Sünde für die Theodizee nichts folgt? Warum übersieht der geheilte Blindgeborene nicht, daß er sich in einen Widerspruch begeben würde, wenn er zuerst fragt, ob Jesus ein Sünder sei, danach aber selbst sagt, daß seit Anbeginn der Welt niemand eine Heilung wie seine Heilung vollbracht hat, woraus doch folgt, daß sich eine Frage über Jesus auftut? Wenn aber seit Anbeginn der Welt nie solches geschah, also ein Zeitraum angesprochen ist, der deutlich den Tag der Erschaffung des Menschen vor dem ersten Sabbat umfaßt, was bedeutet dann die Frage der Pharisäer nach ihrer eigenen Blindheit?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: