Verfasst von: Gunther | Januar 17, 2010

218. Jesus erscheint dem Petrus und den zwei Jüngern, welche nach Emmaus gehen

218. Jesus erscheint dem Petrus und den zwei Jüngern, welche nach Emmaus gehen

(Luk. 24, 13-35; Mark. 16, 12. 13)

Der Weg nach Emmaus

Der Weg nach Emmaus

Und siehe, an demselben Tage gingen zwei von den Jüngern nach einem Flecken, der sechzig Stadien von Jerusalem entfernt war, mit Namen Emmaus.1) Sie redeten miteinander über alles, was sich zugetragen hatte. Während sie so redeten und einander befragten, kam Jesus selbst in anderer Gestalt hinzu und ging mit ihnen. Ihre Augen aber wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. Er sprach zu ihnen: „Was sind das für Reden, die ihr mit einandern auf dem Wege führt, und ihr seid traurig?“ Da antwortete der eine, Kleophas mit Namen, und sprach zu ihm: „Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem, der nicht weiß, was daselbst in diesen Tagen geschehen ist?“ Er sprach zu ihnen: „Was denn?“ Sie antworteten: „Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volke, und wie ihn die Hohenpriester und unsere Vorsteher zur Todesstrafe überliefert und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, dass er es sei, der Israel erlösen werde. Und nun ist nach all diesem heute der dritte Tag, seit dieses geschehen ist. Doch haben auch einige Frauen aus den Unsrigen uns erschreckt. Die waren vor Sonnenaufgang am Grabe, fanden aber seinen Leichnam nicht und kamen und sagten, sie hätten auch eine Erscheinung von Engeln gehabt, und die hätten gesagt, er lebe. Einige von den Unsrigen gingen darauf zum Grabe und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten, ihn selbst aber fanden sie nicht.“2) Da sprach Jesus zu ihnen: „O ihr Unverständigen! wie schwer kommt es euch an, alles zu glauben, was die Propheten gesprochen haben! Musste nicht Christus dieses leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen?“ Dann fing er an von Moses und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift über ihn geschrieben steht.

Kai epégnosan autón - Und sie erkannten ihn. Christus und die zwei Jünger in Emmaus

Kai epégnosan autón - Und sie erkannten ihn. Christus und die zwei Jünger in Emmaus

Unterdessen waren sie dem Flecken, wohin sie gingen, nahe gekommen, und er tat, als wollte er weiter gehen. Sie aber nötigten ihn und sprachen: „Bleib bei uns; denn es wird Abend, und der Tag hat sich schon geneigt.“3) Da ging er mit ihnen hinein. Als er nun mit ihnen zu Tische war, nahm er das Brot, segnete es, brach es und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn. Er aber verschwand aus ihren Augen. Und sie sprachen zu einander: „Brannte nicht unser Herz in uns, während er auf dem Wege redete und uns die Schrift aufschloss?“ Und noch in der nämlichen Stunde machen sie sich auf und gingen nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die Elf und die mit ihnen waren, versammelt, die sagten: „Der Herr ist wahrhaftig erstanden und dem Simon erschienen.“ Da erzählten auch sie, was sich auf dem Wege zugetragen, und wie sie ihn am Brotbrechen erkannt hätten; aber man glaubte ihnen nicht.4)

James Tissot: Emmaus - "Er aber verschwand aus ihren Augen".

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1) Emmaus ist nach dem Zeugnisse des Eusebius und des hl. Hieronymus das spätere Nikopolis (jetzt Amwâs), das etwa 7 Stunden, 160 Stadien, von Jerusalem entfernt ist. In der Tat lesen wir in einigen griechischen Handschriften bei Luk. 24, 13 statt 60 Stadien 160.

2) Es war mithin, als die beiden Jünger Jerusalem verließen, im Jüngerkreise schon bekannt, dass die Frauen frühmorgens zum Grabe gegangen waren, dasselbe leer gefunden hatten und sagten, sie hätten eine Engelerscheinung gehabt, ebenso, dass Petrus und Johannes das Grab gleichfalls leer gefunden hatten, nicht aber, dass der Herr selbst der Maria Magdalena und später den anderen Frauen erschienen war. Die Frauen müssen also bald nach der Engelerscheinung nach Jerusalem geeilt sein, um den Jüngern Mitteilung zu machen, und erst später im Laufe des Tages der Erscheinung des Herrn gewürdigt worden sein. Da es ferner gewiss noch nicht spät am Tage war, als Maria Magdalene den Jüngern verkündigte: „Ich habe den Herrn gesehen“ (Joh. 20, 18), so mögen die beiden Jünger wohl schon gegen acht Uhr morgens sich auf den Weg gemacht haben und gegen zwei Uhr nachmittags in Emmaus angekommen sein. Gegen acht oder neun Uhr abends konnten sie wieder im Abendmahlsaal eintreffen, da die Freude ihre Schritte beflügelte.

3) D. h.: es ist schon Nachmittag. Vom Mittag an beginnt der Tag sich zu neigen. (…)

4) D. i. entweder: einige glaubten nicht; denn andere glaubten, wie aus Luk. 24, 33. 34 erhellt, ober: sie glaubten zwar anfangs, fingen aber bald wieder zu zweifeln an; sie glaubten also nicht mit festem, standhaftem Glauben.

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Responses

  1. Jesus zeigt seinem Apostel Thomas, aus einem Grund, der in der römischen Geschichte liegt, „Zwilling“ genannt, seine Wundmale acht Tage nach der Stunde, in der Jesus den zwei Emmaus-Jüngern die Macht gibt, Sünden zu vergebeben. Es schiene aber nichts Klares dazu bekannt, warum der Zwilling acht Tage vorher nicht zu den Elf gehört.

    • Jesus zeigt seinem Apostel Thomas seine Wundmale – wenn man aber im Psalm den Vergleich der durchbohrten Hände und Füße Jesu mit einem Löwen erwägt, so ist zugleich zu erwägen, daß Professor Dr (sic, ohne Punkt) Hermann Menge, königlicher Gymnasialdirektor a. D., „GRIECHISCH-DEUTSCHES SCHULWÖRTERBUCH MIT BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER ETYMOLOGIE“ – unsere Ausgabe wäre jene von 1903, Berlin, „Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt)“ – , für „LEON“ eine Übersetzung „Löwin“ hätte.


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