Verfasst von: Gunther | Februar 21, 2010

131. Die Auferweckung des Lazarus

131. Die Auferweckung des Lazarus

(Joh 11, 17-44)

Duccio die Buoninsegna: Auferweckung des Lazarus

Duccio die Buoninsegna: Auferweckung des Lazarus

Jesus kam also hin und fand ihn schon seit vier Tagen begraben. Bethanien war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien1) entfernt. Es waren aber viele Juden zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Sobald nun Martha hörte, Jesus komme, eilte sie ihm entgegen. Maria aber saß zu Hause. Martha sprach nun zu Jesus: „Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Allein auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles geben wird, was immer du von ihm begehrst.“ Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha erwiderte ihm: „Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage.“ Jesus sagte zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ Sie antwortete: „Ja, Herr, ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in diese Welt gekommen ist.“

Als sie dieses gesagt hatte, ging sie fort und rief ihre Schwester Maria im geheimen, indem sie sagte: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Sobald jene das hörte, stand sie eilends auf und kam zu ihm. Denn JEsus war noch nicht in die Ortschaft gekommen, sondern war noch an jenem Orte, wo Martha ihm begegnet war. Als nun die Juden, die bei ihr ihm Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr und sagten: „Sie geht zum Grabe, um da zu weinen.“

Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: „Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Da Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, erschauerte er im Geiste und erschütterte sich und sprach: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie sagten: „Herr, komm und sieh!“ Und Jesus weinte. Da sagten die Juden: „Siehe, wie lieb er ihn hatte!“ Einige von ihnen aber sagten: „Hätte der, welcher die Augen des Blindgeborenen geöffnet hat, nicht auch diesen vor dem Tode bewahren können?“ Da erschauerte Jesus abermals in sich u nd kam zum Grabe. Es war eine Felsenhöhle, und ein Stein war darauf gelegt.

Jesus sprach: „Hebt den Stein weg!“ Da sagte Martha, die Schwester des Verstorbenen, zu ihm: „Herr, er riecht schon; denn er liegt seit vier Tagen.“ Jesus sprach zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, so wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ Sie hoben also den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen gen Himmel und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich aber wusste, dass du mich allzeit erhörst, aber wegen des Volkes, das umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Als er dieses gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Und sogleich kam der Verstorbene heraus, mit Gabtüchern an Händen und Füßen gebunden, und das Angesicht mit einem Schweißtuche verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: „Macht ihn los und lasst ihn fortgehen!“

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1) Ungefähr 3/4 Stunden.

Aertgen van Leyden (1498–1564): Auferweckung des Lazarus (ca. 1530-35). Triptychon, Stedelijk Museum De Lakenhal, Leiden (NL)

Aertgen van Leyden (1498–1564): Auferweckung des Lazarus (ca. 1530-35). Triptychon, Stedelijk Museum De Lakenhal, Leiden (NL)

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