Verfasst von: Gunther | Mai 31, 2010

228. Die Sendung des Heiligen Geistes

228. Die Sendung des Heiligen Geistes

(Apgsch. 2, 1-47)

Herabkunft des Heiligen Geistes. Maronitische Pfingstikone

Herabkunft des Heiligen Geistes. Maronitische Pfingstikone

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle beisammen an demselben Orte. Da entstand plötzlich vom Himmel ein Brausen gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie Feuer, und es ließ sich auf einen jeden von ihnen nieder. Und alle wurden mit dem Heiligen Geiste erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, so wie der Heilige Geist es ihnen auszusprechen gab. Es waren aber zu Jerusalem Juden wohnhaft, gottesfürchtige Männer aus allen Völkern, die unter dem Himmel sind. Als nun jenes Brausen entstand, kam die Menge zusammen und entsetzte sich; denn es hörte ein jeder sie in seiner Sprache reden. Alle erstaunten, verwunderten sich und sprachen: „Sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? Wie hören wir denn ein jeder seine Sprache, in der wir geboren sind? Parther, Meder, Aelamiten und Bewohner von Mesopotamien, Judäa, Kappadozien, Pontus und Asien, von Phrygien, von Pamphylien, Ägypten und von den Landstrichen Libyens bei Kyrene, Fremdlinge von Rom, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Sprachen die Großtaten Gottes preisen.“ Alle erstaunten, verwunderten sich und sprachen zu einander: „Was kann das wohl sein?“ Andere aber spotteten und sagten: „Sie sind voll süßen Weins!“ Da stand Petrus auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: „Männer von Judäa und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und hört meine Worte! Diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, – es ist ja erst die dritte Stunde des Tags – sondern das ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden: ‚Es wird in den letzten Tagen geschehen, spricht der Herr, da will ich von meinem Geiste über alles Fleisch ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Jünglinge werden Gesichte schauen, und eure Greise werden Traumgesichte sehen. Ja, auch über meine Knechte und über meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich will Wunder geben am Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchqualm. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehedenn der Tag des Herrn kommt, der große und glänzende. Und es wird geschehen: jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.‘ Männer von Israel, hört diese Worte! Jesus, den Nazarener, einen Mann, dem Gott unter euch Zeugnis gegeben durch Taten, Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr auch selbst wisst, diesen, der nach dem bestimmten Ratschlusse und der Vorsehung Gottes überliefert worden, habt ihr durch die Hände der Gottlosen ans Kreuz geheftet und getötet. Ihn hat Gott erweckt, nachdem er die Wehen des Totenreichs gelöst, wie es denn unmöglich war, dass er von demselben festgehalten wurde. Denn David spricht von ihm: ‚Ich sehe den Herrn allzeit vor meinen Augen; denn er ist mir zur Rechten, damit ich nicht wanke. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge; ja auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen; denn du wirst meine Seele nicht im Totenreiche lassen, und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung schaue. Du hast mir den Weg des Lebens kund getan, du wirst mich mit Wonne erfüllen vor deinem Angesicht.“ Männer, Brüder! es sei gestattet, freimütig zu euch von dem Erzvater David zu reden. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf den heutigen Tag. Weil er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott mit einem Eide geschworen, es werde einer seiner Nachkommen auf seinem Throne sitzen, so hat er, in die Zukunft schauend, von der Auferstehung Christi gesprochen, dass er nämlich nicht im Totenreiche gelassen, und sein Fleisch auch nicht die Verwesung sehen werde. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden, hat er den Heiligen Geist, dessen Verheißung er von dem Vater empfangen hatte, ausgegossen, wie ihr seht und hört. Denn nicht David ist gen Himmel gefahren; er sagt aber selbst: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: ‚Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.‘ So wisse denn das ganze Haus Israel unfehlbar gewiss, dass Gott ihn zum Herrn und Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“ Als sie dies hörten, ging es ihnen zu Herzen, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: „Männer, Brüder! was sollen wir tun?“

"Brüder, was sollen wir tun?" (Apg 2, 37)

„Brüder, was sollen wir tun?“ (Apg 2, 37)

Petrus sprach zu ihnen: „Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch geht die Verheißung an und eure Kinder und alle, die ferne sind, so viele immer der Herr, unser Gott, berufen wird.“ Auch mit sehr vielen andern Worten bezeugte er und ermahnte er sie und sprach: „Lasst euch retten aus diesem bösen Geschlechte!“ Diejenigen nun, die sein Wort annahmen, wurden getauft. Und es wurden an jenem Tage bei dreitausend Seelen einverleibt. Sie waren beharrlich in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft des Brotbrechens und in den Gebeten.1) Es kam aber Furcht über jede Seele. Auch geschahen durch die Apostel in Jerusalem viele Wunder und Zeichen, und es war große Furcht unter allen. Es hielten sich auch alle Gläubigen zusammen und hatten alles gemeinschaftlich. Habe und Güter verkauften sie und verteilten sie unter alle, je nachdem ein jeder bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel, und in den Häusern das Brot brechend, nahmen sie Speise mit Freude und in Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und standen in Gunst bei dem ganzen Volke. Der Herr aber vermehrte zugleich täglich die Anzahl derjenigen, die das Heil gewannen.

Der hl. Apostel Petrus predigend. Von Lorenzo Veneziano, um 1370

Der hl. Apostel Petrus predigend. Von Lorenzo Veneziano, um 1370

__________

1) Seit der Herr im Abendmahlsaale das Brot gebrochen, nachdem er gedankt hatte (vergleiche Nr. 176. Die Feier und die Einsetzung der Eucharistie), ist der Ausdruck „das Brot brechen“ im Verein mit dem Gebete gebräuchlich geworden zur Bezeichnung der ganzen eucharistischen Opferhandlung und der damit verbundenen Kommunion. „Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht Teilnahme an dem Blute Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht Teilnahme an dem Leibe des Herrn? Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, die wir an dem einen Brote teilhaben.“ 1. Kor. 10, 16. 17.

***

Vor
Zurück
Inhaltsverzeichnis
Startseite

Advertisements

Responses

  1. Sehr geehrter Herr Michel,
    mir gefällt die Maronitische Pfingstikone sehr gut. Können Sie mir Näheres dazu mitteilen. Wo befindet sie sich? Können Sie mir das Bild in einer besseren Qualität zukommen lassen, damit ich es mir privat ausdrucken kann?
    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine Vogler
    savogler1@aol.com

    • Jesu Geburt – datiert durch die Synode von Sardica. Diese würde aber das „LEXIKON DER PÄPSTE“ von Helmut Kühner, auf unseren Bildschirmen um achtzig Eurocent angeboten, falsch datieren. Warum aber muß beim Arzt Lukas eine Wolke die vierzig Tage bemessen, während denen Jesus seiner Mutter nicht erscheint? Ich erwachte in dieser zweiten Nachtwache, Nichtsommerzeit, aus einem Traum.

  2. Jesu Kreuzigung – es schien keine Einigkeit darüber zu bestehen, ob Jesus in einer dritten oder einer sechsten Stunde ans Kreuz genagelt wird, oder ob neun Uhr am Morgen, „neuf heures“ in drei französischen Vorschlägen zu den drei Sprachen der Aufschrift auf Jesu Kreuz, anzugeben ist. Die im Evangelium des Jüngers den Jesus liebt, „19“,“27″, genannte Stunde kann aber mittels eines beliebigen genauer bekannten Venusdurchgangs dazu dienen, den Begriff „Sonnenfinsternis“ für die Sonnenfinsternis unter Jesu Kreuz näher zu erläutern.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: