Verfasst von: Gunther | März 19, 2010

139. Der reiche Jüngling

139. Der reiche Jüngling

(Luk. 18, 18-23; Mark. 10, 17-22; Matth. 19, 16-22)

Heinrich Hofmann: Christus und der reiche Jüngling

Heinrich Hofmann: Christus und der reiche Jüngling

Nicolae Grigorescu: Der reiche Jüngling

Nicolae Grigorescu: Der reiche Jüngling

Als Jesus auf die Straße hinausgetreten war, kam ein vornehmer Jüngling herzu, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: „Guter Meister! was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben erlange?“ Jesus entgegnete ihm: „Was nennst du mich gut? (Und) was fragst du mich über das Gute? Niemand ist gut als nur einer, Gott. Willst du aber  zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Er sprach zu ihm: „Welche?“ Jesus antwortete: „Die Gebote kennst du: Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, kein falsches Zeugnis geben, nicht betrügen. Ehre deinen Vater und deine Mutter und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Der Jüngling antwortete ihm: „Meister, das alles habe ich von Jugend auf beobachtet; was fehlt mir noch?“ Als Jesus dieses hörte, blickte er ihn liebreich an und sprach: „Eins fehlt dir noch: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.“ Als der Jüngling das hörte, ward er betrübt und ging traurig hinweg; denn er besaß viele Güter.

James Tissot: Jesus und der reiche Jüngling

James Tissot: Der reiche Jüngling ging traurig hinweg (The Rich Young Man Went Away Sorrowful / Le jeune homme riche s'en alla triste)

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Verfasst von: Gunther | März 19, 2010

138. Jesus segnet die Kinder

138. Jesus segnet die Kinder

(Luk. 18, 15-17; Mark. 10, 13-16; Matth. 19, 13-15)

Nicolaes Maes (1634-1693): Christus segnet die Kinder (1652-53)

Nicolaes Maes (1634-1693): Christus segnet die Kinder (1652-53)

Darauf brachte man Kinder zu ihm, dass er ihnen die Hände auflege und bete.1) Als die Jünger das sahen, drohten sie denen, die sie brachten, und fuhren sie hart an. Jesus aber ward unwillig, als er es sah, rief die Kinder zu sich und sprach zu den Jüngern: „Lasst die Kindlein zu mir kommen, und wehrt es ihnen nicht; denn solcher ist das Himmelreich. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht annimmt, wie ein Kind, wird in dasselbe nicht hineinkommen.“ Dann schloss er sie in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. Nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, ging er von da weg.

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1) D. h. sie segne.

"Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen."

"Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen."

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137. Die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe und die Empfehlung der jungfräulichen Keuschheit

(Mark. 10, 1-12; Matth. 19, 1-12; 5, 31. 32)

Die heilige Ehe

Die heilige Ehe

Jesus kam nun in das Gebiet Judäas, jenseits des Jordans.1) Es versammelten sich wieder große Volksscharen bei ihm, und wiederum lehrte er sie, wie er gewohnt war, und heilte sie dort.

Das Sakrament der Ehe

Das Sakrament der Ehe

Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: „Ist es einem Manne erlaubt, aus was immer für einer Ursache sein Weib zu entlassen?“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Was hat euch Moses geboten?“ Sie erwiderten: „Moses hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und zu entlassen.“ Jesus antwortete ihnen und sprach: „Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher im Anfange den Menschen schuf, als Mann und Weib sie geschaffen und gesagt hat: Deshalb wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein? Demnach sind sie nicht mehr zwei, sondern   e i n   Fleisch. Was nun Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen.“ Sie sprachen zu ihm: „Warum hat denn Moses geboten, einen Scheidebrief zu geben und zu entlassen?“ Er antwortete ihnen: „Eurer Herzenshärte wegen hat euch Moses erlaubt, eure Weiber zu entlassen; von Anfang war es nicht so. Ich aber sage euch: Wer immer sein Weib entlässt und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe.“2)

Im Hause fragten ihn seine Jünger abermals über das nämliche. Und er sprach zu ihnen: „Wer immer sein Weib entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch an ihr. Und wenn ein Weib ihren Mann entlässt und einen andern heiratet, begeht sie Ehebruch.“

Der heilige Zölibat - Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen.  Pater Michael J. McGivney (Gemälde von Antonella Cappuccio, 2003)

Der heilige Zölibat - Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen. Pater Michael J. McGivney (Gemälde von Antonella Cappuccio, 2003). Quelle: http://www.kofcmuseum.org/en/images/mcgivney/CappMcGiv.jpg

Da sprachen seine Jünger zu ihm: „Wenn die Sache des Mannes mit seiner Frau sich so verhält, so ist es nicht gut zu heiraten.“ Er antwortete ihnen: „Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es gibt Ehelose, die von Natur aus für die Ehe nicht geschaffen sind; es gibt ferner Ehelose, die für die Ehe untauglich gemacht worden sind; es gibt endlich Ehelose, die um des Himmelreichs willen der Ehe entsagt haben. Wer es fassen kann, der fasse es.“

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1) D. h. er hatte seinen Weg durch Peräa genommen.

2) Nur der hl. Matthäus hat an beiden Stellen den Zusatz: „Es sei denn wegen Unzucht“. Die Schrifterklärer sind darin nicht einig, welche besondere Art Unzucht hier gemeint ist; gewiss aber ist, dass die allgemeine Regel, nach der die unter Christen eingegangene und vollzogene Ehe unauflösbar ist, durch jenen Zusatz keine Einschränkung erfährt. Das folgt, auch abgesehen von der Erklärung des unfehlbaren Lehramtes der Kirche, schon aus dem Umstande, dass die Evangelisten Markus (10, 11. 12) und Lukas (16, 18) und der hl. Paulus (1 Kor. 7, 10. 11. 30) jene Beschränkung nicht erwähnen, was sie doch hätten tun müssen, wenn christliche Eheleute in einem gewissen Falle bei Lebzeiten beider eine andere Ehe eingehen dürften.

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Verfasst von: Gunther | März 16, 2010

136. Die Parabel von dem Pharisäer und dem Zöllner

136. Die Parabel von dem Pharisäer und dem Zöllner

(Luk. 18, 9-14)

Christus (Mosaik in Santa Prassede)

Christus (Mosaik in Santa Prassede)

Er sagte auch zu einigen, die auf sich vertrauten, dass sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, folgendes Gleichnis: „Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten: der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich also: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, wie Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da! Ich faste zweimal in der Woche; ich gebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der  Zöllner aber stand weit ab und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht. Denn jeder, der sich erhöht, wird erniedrigt, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden.“

Der Pharisäer und der Zöllner (Luk. 18, 9-14)

Der Pharisäer und der Zöllner (Luk. 18, 9-14)

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Verfasst von: Gunther | März 11, 2010

135. Die Parabel vom ungerechten Richter

135. Die Parabel vom ungerechten Richter

(Luk. 18, 1-8)

Die beharrliche Witwe

Die beharrliche Witwe (Quelle: http://www.fisheaters.com/parables31.html)

Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis darüber, dass man allzeit beten müsse und nicht nachlassen dürfe. Er sprach: „Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und keinen Menschen scheute. Auch eine Witwe war in jener Stadt. Diese kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Lange Zeit wollte er nicht. Danach aber sprach er bei sich selbst: Obwohl ich Gott nicht fürchte und keinen Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir lästig ist, Recht schaffen, damit sie nicht am Ende kommt und mir das Gesicht zerbläut.“

Der Herr aber sprach: „Höret, was der ungerechte Richter sagt! Wird denn Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, nicht Recht schaffen, und wird er geduldig zusehen, dass sie unterdrückt werden? Ich sage euch, er wird ihnen in Bälde Recht schaffen. Aber, wenn der Menschensohn kommt, wird er wohl den Glauben finden auf Erden?“

Der ungerechte Richter

Der ungerechte Richter (The Unjust Judge and the Importunate Widow, 1864, Sir John Everett Millais, Tate Collection. Quelle: http://www.boomerinthepew.com/2009/09/learning-the-path-of-faith-driven-obedience.html)

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134. Die Ankunft des Reiches Gottes und die Wiederkunft Christi

(Luk. 17, 20-37)

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: „Wann kommt das Reich Gottes?“, antwortete er ihnen und sprach: „DAs Reich Gottes kommt nicht mit Aufsehen. Auch wird man nicht sagen: Siehe, hier ist’s oder dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist unter euch.“

"Das Reich Gottes ist unter euch"

"Das Reich Gottes ist unter euch"

Er sprach aber zu seinen Jüngern: „Es werden Tage kommen, da ihr euch sehnen werdet, einen einzigen von den Tagen des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen. Man wird zu euch sagen: Siehe, hier! und: Siehe, dort! Gehet nicht dahin und folget nicht nach! Denn wie der Blitz, flammend von einer Stelle unter dem Himmel, zur andern Stelle unter dem Himmel leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. Vorher aber wird er vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlechte. Und wie es in den Tagen des Noe zuging, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Sie aßen und tranken, heirateten und wurden verheiratet bis auf den Tag, an welchem Noe in die Arche ging, und es kam die Flut und vertilgte sie alle. Desgleichen, wie es in den Tagen des Lot geschah: sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten; an dem Tage aber, an welchem Lot aus Sodoma ging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte sie alle. Gerade so wird es an dem Tage sein, an welchem der Menschensohn sich offenbaren wird.

„In jener Stunde steige, wer auf dem Dache ist und sein Hausgeräte im Hause hat, nicht herab, um es zu holen, und wer auf dem Felde ist, kehre ebenfalls nicht zurück. Gedenket an das Weib des Lot! Wer immer sein Leben zu erhalten suchen wird, der wird es verlieren, und wer immer es verloren hat, der wird es lebendig machen. Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bette liegen; der eine wird aufgenommen, der andere zurückgelassen werden. Zwei werden zusammen mahlen; die eine wird aufgenommen, die andere zurückgelassen werden. Zwei werden auf dem Felde sein; der eine wird aufgenommen, der andere zurückgelassen werden.“

Darauf nahmen sie das Wort und sprachen zu ihm: „Wo denn, Herr?“ Er antwortete ihnen: „Wo das Aas ist, dort werden auch die Adler sich versammeln“

Die Wiederkunft Christi

Die Wiederkunft Christi

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Verfasst von: Gunther | Februar 27, 2010

133. Die zehn Aussätzigen

Achter Abschnitt

Vom letzten Aufbruche nach Jerusalem bis zum letzten Abendmahle

133. Die zehn Aussätzigen

(Luk. 17, 11-19)

Es begab sich, während Jesus auf der Reise nach Jerusalem begriffen war, zog er mitten durch Samarien und Galiläa.1)

Als er in eine Ortschaft kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer. Sie blieben von ferne stehen, erhoben ihre Stimme und sprachen: „Jesus, Meister, erbarme dich unser!“ Jesus sah sie und sprach zu ihnen: „Geht hin, zeigt euch den Priestern!“ Während sie nun  hingingen, wurden sie rein. Einer aber von ihnen kehrte zurück, sobald er sah, dass er rein war, pries Gott mit lauter Stimme, fiel auf sein Angesicht ihm zu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus sprach: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind denn die neun? Fand sich keiner, der umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als dieser Fremdling?“ Zu diesem aber sprach er: „Steh auf und geh hin; dein Glaube hat dir geholfen!“

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1) Jesus bricht von Ephrem auf, um seinen letzten Gang nach Jerusalem anzutreten, weil das Osterfest nahe ist, macht aber einen weiten Umweg mitten durch Samarien und Galiläa, dann durch Peräa im Osten des Jordans, setzt dann über den Jordan, kommt nach Jericho, dann sechs Tage vor Ostern nach Bethanien, von wo aus er am folgenden Tage über Betphage seinen feierlichen Einzug in Jerusalem hält.

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132. Der Beschluss des Hohen Rates, den Totenerwecker zu töten. Jesus zieht sich nach Ephrem zurück

(Joh 11, 45-54)

Viele nun von den Juden, die, welche zu Maria und Martha gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus tat, glaubten an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und meldeten ihnen, was Jesus getan hatte. Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: „Was tun wir? Denn dieser Mensch wirkt viele Wunder. Wenn wir ihn so gehen lassen, werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und uns Land und Leute nehmen.“ Einer aber aus ihnen, Kaiphas mit Namen, der in jenem Jahre Hoherpriester war,1) sprach zu ihnen: „Ihr wisst nichts und bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zu Grunde geht.“ Dieses aber sprach er nicht aus sich selbst, sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er, Jesus werde für das Volk sterben, und nicht allein für das Volk, sondern auch, um die zerstreuten Kinder Gottes in   e i n s   zu sammeln. Sie beschlossen also von jenem Tage an, ihn zu töten.

Tizian: Der Zinsgroschen (Detail)

Tizian: Der Zinsgroschen (Detail)

Darum wandelte Jesus nun nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging weg in die Gegend nahe der Wüste in eine Stadt, die Ephrem2) heißt, und verweilte dort mit seinen Jüngern.

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1) Mit diesen Worten will der Evangelist nicht sagen, es habe ein jährlicher Wechsel in der Verwaltung des Hohenpriesteramtes stattgefunden, sondern nur besonders hervorheben, Kaiphas sei in jenem entscheidenden und für die Juden so verhängnisvollen Jahre Hoherpriester gewesen. Kaiphas war 18 Jahre lang Hoherpriester.

2) Die Stadt Ephrem lag gegen 4 Meilen nordöstlich von Jerusalem

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Verfasst von: Gunther | Februar 21, 2010

131. Die Auferweckung des Lazarus

131. Die Auferweckung des Lazarus

(Joh 11, 17-44)

Duccio die Buoninsegna: Auferweckung des Lazarus

Duccio die Buoninsegna: Auferweckung des Lazarus

Jesus kam also hin und fand ihn schon seit vier Tagen begraben. Bethanien war nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien1) entfernt. Es waren aber viele Juden zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Sobald nun Martha hörte, Jesus komme, eilte sie ihm entgegen. Maria aber saß zu Hause. Martha sprach nun zu Jesus: „Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Allein auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles geben wird, was immer du von ihm begehrst.“ Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha erwiderte ihm: „Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage.“ Jesus sagte zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ Sie antwortete: „Ja, Herr, ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in diese Welt gekommen ist.“

Als sie dieses gesagt hatte, ging sie fort und rief ihre Schwester Maria im geheimen, indem sie sagte: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Sobald jene das hörte, stand sie eilends auf und kam zu ihm. Denn JEsus war noch nicht in die Ortschaft gekommen, sondern war noch an jenem Orte, wo Martha ihm begegnet war. Als nun die Juden, die bei ihr ihm Hause waren und sie trösteten, sahen, dass Maria eilends aufstand und hinausging, folgten sie ihr und sagten: „Sie geht zum Grabe, um da zu weinen.“

Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: „Herr! wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Da Jesus sah, wie sie weinte, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, erschauerte er im Geiste und erschütterte sich und sprach: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie sagten: „Herr, komm und sieh!“ Und Jesus weinte. Da sagten die Juden: „Siehe, wie lieb er ihn hatte!“ Einige von ihnen aber sagten: „Hätte der, welcher die Augen des Blindgeborenen geöffnet hat, nicht auch diesen vor dem Tode bewahren können?“ Da erschauerte Jesus abermals in sich u nd kam zum Grabe. Es war eine Felsenhöhle, und ein Stein war darauf gelegt.

Jesus sprach: „Hebt den Stein weg!“ Da sagte Martha, die Schwester des Verstorbenen, zu ihm: „Herr, er riecht schon; denn er liegt seit vier Tagen.“ Jesus sprach zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, so wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ Sie hoben also den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen gen Himmel und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich aber wusste, dass du mich allzeit erhörst, aber wegen des Volkes, das umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Als er dieses gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Und sogleich kam der Verstorbene heraus, mit Gabtüchern an Händen und Füßen gebunden, und das Angesicht mit einem Schweißtuche verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: „Macht ihn los und lasst ihn fortgehen!“

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1) Ungefähr 3/4 Stunden.

Aertgen van Leyden (1498–1564): Auferweckung des Lazarus (ca. 1530-35). Triptychon, Stedelijk Museum De Lakenhal, Leiden (NL)

Aertgen van Leyden (1498–1564): Auferweckung des Lazarus (ca. 1530-35). Triptychon, Stedelijk Museum De Lakenhal, Leiden (NL)

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Verfasst von: Gunther | Februar 12, 2010

130. Jesus verlässt Peräa und begibt sich nach Judäa

130. Jesus verlässt Peräa und begibt sich nach Judäa

(Joh. 11, 1-16)

He Qi: Martha und Maria 1

He Qi (China): Martha und Maria 1 (Quelle: http://www.bible-art.info/Martha_Mary.htm)

Es war aber jemand krank, Lazarus aus Bethanien, der Ortschaft der Maria und Martha, ihrer Schwester. Es war aber Maria, die den Herrn mit einer Salbe gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank lag. Seine Schwestern schickten nun zu Jesus und ließen sagen: „Herr! siehe, der, den du lieb hast, ist krank.“ Als Jesus das hörte, sprach er zu ihnen: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde.“ Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester Maria und Lazarus. Als er nun hörte, dass dieser krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Orte, wo er war.

Danach sagte er zu seinen Jüngern: „Lasst uns wieder nach Judäa gehen!“ Die Jünger sagten zu ihm: „Meister, eben erst suchten die Juden dich zu steinigen, und du gehst wieder dahin?“ Jesus antwortete: „Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn einer am Tage wandelt, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn er aber in der Nacht wandelt, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.“ Also sprach er. Darauf sagte er  zu ihnen: „Lazarus, unser Freund, schläft, aber ich gehe hin, um ihn aus dem Schlafe aufzuwecken.“ Da sagten seine Jünger zu ihm: „Herr, wenn er schläft, so wird er gesund werden.“ Jesus aber hatte von seinem Tode gesprochen, sie hingegen meinten, er rede von der Ruhe des Schlafes. Jesus sagte ihnen da gerade heraus: „Lazarus ist gestorben, und ich freue mich euretwegen, dass ich nicht dort war, damit ihr glaubet. Aber lasst uns zu ihm gehen!“ Da sprach Thomas, der Didymus (Zwilling) genannt wird, zu seinen Mitjüngern: „Gehen auch wir, um mit ihm zu sterben!“

Claudio Pastro (Brasilien): Jesus mit Martha, Maria und Lazarus (Quelle: http://www.sistersofbethany.org.uk/spirituality.htm)

Claudio Pastro (Brasilien): Jesus mit Martha, Maria und Lazarus (Quelle: http://www.sistersofbethany.org.uk/spirituality.htm)

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